CREATION

Forschung · Mysterienschulen

47. Steiner GA 93a / GA 99: der Übergang von Theosophie zu eigener Westform

CREATION Forschungsbibliothek V11 · Kapitel 47. Steiner GA 93a / GA 99: der Übergang von Theosophie zu eigener Westform

GA 93a macht sichtbar, wie stark Steiners frühe Esoterik noch in der theosophischen Begriffswelt steht: Akasha, Runden, Globen, Bewusstseinszustände und Evolutionsschemata werden offen verwendet. Gleichzeitig beansprucht Steiner bereits eine spezifisch rosenkreuzerische bzw. christlich-esoterische Lesart. GA 99 macht den programmatischen Schritt noch deutlicher: Steiner nennt seine Darstellung „Theosophie nach rosenkreuzerischer Methode“ und erklärt, diese Form müsse für die Gegenwart angepasst werden.

Besonders ergiebig ist seine Analogie mit Euklid: So wie man Geometrie lernen könne, ohne zuerst die Biographie Euklids zu kennen, solle man rosenkreuzerische Weisheit zunächst „aus der Sache heraus“ prüfen. Das ist ein bemerkenswerter rhetorischer Zug: Traditionsautorität wird nicht primär historisch, sondern durch innere logische Kohärenz beansprucht. Genau hier kann ein Artikel fragen, ob esoterische Systeme Wahrheit eher durch Herkunft oder durch Systemgeschlossenheit erzeugen.

Quellen: SteinerWiki GA 93a und GA 99; AnthroWiki GA 99.

Autoren

Rudolf Steiner

Verwandte Begriffe

Bewusstsein
Diese Forschungsnotiz ist keine kritische Ausgabe eines historischen Volltexts. Aussagen erfordern Prüfung der jeweiligen Quelle.