Glossar A–Z
Begriffe mit schulübergreifenden Definitionen und historischen Werkhinweisen.
Bei Meister Eckhart ein philosophisch-theologischer Begriff innerer Loslösung, nicht automatisch soziale Isolation.
AhrimanPol von Verhärtung, Materialisierung, Intellektualismus/Mechanisierung; aus zoroastrischer Namenswelt aufgenommen, aber stark neu interpretiert.
Akasha-ChronikGeistiges Weltgedächtnis, aus dem Vergangenheit übersinnlich gelesen werden könne. Historisch verwandt mit theosophischem Akasha-Begriff; empirisch nicht bestät
AlbedoWeißung in alchemischer Prozess- und Bildsprache, häufig nach einer dunklen Phase dargestellt.
AlchemieHistorische Stoffkunde, Laborpraxis und Naturphilosophie mit wechselnder symbolischer und religiöser Deutung.
Alter SaturnVorstufen der Erde in Steiners Kosmologie; metaphysische Evolutionsstadien, nicht astronomische Vorgänger im modernen astrophysikalischen Sinn.
AnattaPali-Bezeichnung für Nicht-Selbst; keine simple These, dass Erleben nicht existiere.
AstralleibTräger von Bewusstsein, Begierde, Gefühl und Vorstellung in der anthroposophischen Menschenkunde. Verknüpft mit Lotosblumen/Chakren und postmortaler Läuterung.
ÄtherleibÜbersinnliches Lebens- und Formkräfteprinzip. AnthroWiki verbindet es mit Rhythmus, Entwicklung und „Bildekräften“. Empirisch kein etablierter biologischer Körp
AtlantisEsoterische Menschheits- und Erdzeitalter. Historisch Teil theosophischer/okkultistischer Evolutionsmodelle; nicht durch moderne Geologie/Anthropologie bestätig
AtmanSanskritbegriff, der vielfach für Selbst steht; nicht alle Schulen vertreten dieselbe Identität von Atman und Brahman.
AzothAlchemistischer Name mit unterschiedlichen Bedeutungen und Etymologie-Deutungen in der Überlieferung.
BewusstseinBewusstsein meint unter anderem subjektives Erleben, Wachheit, Wahrnehmung und Selbstreflexion.
ChakraEin historisch variierender Begriff für Zentren in yogischen und tantrischen Traditionen; Zahl und Funktionen wechseln je nach Quelle.
Christus-MitteAusgleichendes Zentrum zwischen luziferischer und ahrimanischer Einseitigkeit in Steiners später Symbolik.
Das EineOberstes Prinzip in Plotins Philosophie; wird als jenseits gewöhnlicher Bestimmungen gedacht.
DevachanHöhere postmortale Weltzustände in früher theosophisch geprägter Terminologie.
EgoUneinheitlicher Begriff für Ich, Selbstbild oder Abgrenzungsfähigkeit; keine automatisch zu zerstörende Entität.
EinweihungInitiation in einer bestimmten religiösen, kulturellen oder institutionellen Tradition; keine über alle Schulen identische Prüfung.
EmanationMetaphysische Vorstellung eines Hervorgehens von Wirklichkeitsebenen; nicht gleichbedeutend mit physikalischer Ausstrahlung.
EngelhierarchienNeun Hierarchien aus christlich-neuplatonischer Angelologie, bei Steiner in kosmische Evolution integriert.
ErkenntnisBegründetes Wissen beziehungsweise Einsicht; philosophische Schulen unterscheiden Kriterien und Gegenstände.
Esoterische SchuleOrganisierter Schulungskontext Steiners mit Übungen, Meditationen und internen Stunden; Quellenlage teilweise über Gedächtnisprotokolle.
FeuerKonkreter Verbrennungsprozess und vielfältiges alchemistisches oder philosophisches Symbol; Symbolgebrauch ist keine physikalische Messung.
GeistGeist kann Denken, Intellekt, Bewusstseinsleistung oder ein religiös verstandenes Wirklichkeitsprinzip bedeuten; der Kontext entscheidet.
GnosisGriechisch Erkenntnis; gnostische Traditionen sind historisch vielfältig und nicht mit jeder Form spiritueller Selbsterkenntnis gleichzusetzen.
HermetikSammelbezeichnung für spätantike Schriften unter dem Namen Hermes Trismegistos und deren vielfältige spätere Rezeption.
Hüter der SchwelleInitiatorisches Grenzmotiv; Konfrontation mit eigener geistig-seelischer Realität und Verantwortung. Strukturparallelen zu Schwellenwächtern in Ritualsystemen.
IchZentrum des Selbstbewusstseins und der individuellen geistigen Entwicklung. Verknüpft mit Freiheit, Karma und Transformation der unteren Wesensglieder.
ImaginationErste höhere Erkenntnisstufe: bildhafte, aber nicht bloß fantasierte geistige Wahrnehmung.
InspirationZweite Stufe: Erfassung der geistigen Beziehungen/Wirkkräfte hinter Imaginationen.
IntuitionDritte Stufe: unmittelbare Wesensbegegnung/Teilnahme am geistigen Sein im steinerschen Spezialgebrauch.
KabbalaHistorisch vielfältige jüdische mystische Traditionen, nicht identisch mit der späteren westlichen okkulten Qabalah.
KamalokaPostmortale Läuterungssphäre; theosophisch-anthroposophische Weiterverarbeitung indischer Begriffe.
KarmaHandlung und Handlungsfolge, innerhalb hinduistischer, buddhistischer und jainistischer Schulen unterschiedlich verstanden.
KorrespondenzAnalogie zwischen Ebenen oder Gegenständen in historischen Symbol- und Zuordnungssystemen; keine automatisch bewiesene Naturkausalität.
KundaliniIn AnthroWiki/Steiner-Kontext mit Strömungen des Äther-/Astralorganismus und Herzzentrum verbunden. Nicht gleichzusetzen mit allen tantrischen Kundalini-Lehren.
LogosBegriff für Wort, Vernunft oder ordnendes Prinzip mit stark wechselnder Geschichte.
LotosblumenBei Steiner „Seelenorgane“ für übersinnliche Wahrnehmung. Parallelen zu indischen Chakra-Systemen, aber spezifische steinersche Ausdeutung und Schulungslogik.
LuziferPol eines verfrühten Vergeistigens, Subjektivierens, Entgrenzens; bei Steiner nicht einfach synonym mit christlichem Satan.
Magnum OpusGroßes Werk: Bezeichnung für das alchemistische Unternehmen und in späterer Symbolik innere Entwicklung.
MakrokosmosDer größere Weltzusammenhang im Gegensatz zum Menschen als Mikrokosmos.
MikrokosmosVorstellung des Menschen als kleiner Welt, deren Struktur mit der großen Welt verglichen wird.
NebenübungenGedankenkontrolle, Initiative, Gleichmut, Positivität, Unbefangenheit u.a. als charakterliche Stabilisierung der Schulung.
NigredoSchwärzung als Prozessstadium oder Bildmotiv; nicht immer dieselbe Sequenz in historischen Werken.
NousAltgriechischer Begriff für Geist oder Intellekt, dessen philosophische Funktion sich je nach Schule unterscheidet.
OuroborosSchlange, die ihren Schwanz fasst; in unterschiedlichen Quellen mit Kreislauf und Einheit verbunden.
PersonaBei Jung die soziale Maske beziehungsweise Rolle, die der Mensch gegenüber anderen einnimmt.
Physischer LeibSinnlich-materielle Organisation; in Steiners System nur unterste Ebene des Menschen. Verknüpft mit Ätherleib, Astralleib, Ich.
Prima MateriaAlchemistischer Ausdruck für Ausgangsstoff oder ursprünglich unbestimmte Materie; Auslegung variiert.
QabalahWestlich-esoterische Adaption kabbalistischer Begriffe in modernen Ritual- und Symbolsystemen.
RebisBild der zweigeschlechtlichen oder vereinigten Gestalt, insbesondere in frühneuzeitlicher Emblematik.
ReinkarnationWiederholte Erdenleben des geistigen Individualkerns; in Steiner eng mit Karma und Entwicklung verbunden.
Rosenkreuzerischer WegBei Steiner westlich-christlicher Initiationsweg, der historische Rosicrucianer-Motive transformiert.
RubedoRötung als alchemistisches Motiv von Reifung oder Vollendung; nicht universell identisch.
SchattenBei Jung umfasst Schatten verdrängte oder nicht anerkannte Anteile des eigenen Erlebens.
SeeleSeele ist kein einheitlicher Begriff. Je nach Text bezeichnet sie Leben, Bewusstseinsvermögen, eine unsterbliche Trägerin des Menschen oder eine bestimmte Ebene
SelbstDas Selbst kann Identität, Selbsterfahrung, das philosophische Ich oder einen psychologischen Strukturbegriff meinen.
Solve et CoagulaLateinisch für Lösen und Verbinden/Erstarren; Prozessidee zwischen Stoffarbeit und späterer Symboldeutung.
Stein der WeisenSagenhaftes alchemistisches Ziel mit verschiedenen materiellen und symbolischen Auslegungen.
TheurgieRituelle Praxis im spätantiken Neuplatonismus, deren religiöse Begründung historisch untersucht werden kann.
V.I.T.R.I.O.L.Alchemisches Akronym mit dem Motiv des Besuchs im Innern der Erde; genaue Formeln und Editionen beachten.
Wahrer WilleThelemischer Ausdruck für die als eigentliche Lebensrichtung verstandene Willensbestimmung; nicht gleichzusetzen mit spontaner Laune.
WilleWille bezeichnet je nach Autor Begehren, Entschlusskraft, Handlungsbestimmung oder ein metaphysisches Prinzip. Wahrer Wille im Thelema besitzt eine spezifische
