Forschung · Mysterienschulen
57. Rosenkreuzer – drei Phasen der Erfindung einer Tradition
CREATION Forschungsbibliothek V11 · Kapitel 57. Rosenkreuzer – drei Phasen der Erfindung einer Tradition
Fachliteratur spricht ausdrücklich von Phasen der Erfindung rosenkreuzerischer Tradition im 17. Jahrhundert. Die anonymen Manifeste kündigten eine allgemeine Reform von Religion, Wissenschaft und Gesellschaft an. Christian Rosenkreutz erscheint als legendärer Wissensreisender, dessen wiederentdecktes Grab zum Symbol eines wiederkehrenden verborgenen Wissens wird.
Besonders relevant: Die Autorschaft der frühen Manifeste wird heute häufig Johann Valentin Andreae bzw. dem Tübinger Milieu um Andreae, Tobias Hess und Christoph Besold zugeschrieben. Die Forschung warnt zugleich davor, aus diesem Freundeskreis vorschnell eine organisierte Geheimbruderschaft zu machen. Genau darin liegt die Medienpointe: Die literarische Vorstellung einer Bruderschaft konnte später echte rosenkreuzerische Gruppen inspirieren.
Quellen: Cambridge, The Invention of Sacred Tradition, Kapitel „Three phases of inventing Rosicrucian tradition“; Brill, Reformation, Revolution, Renovation, Kapitel zur Autorschaft und zum Tübinger Kreis.
